Hede Münz (1908-2005) stammte aus einer renommierten Stuttgarter Musikalienhandlung. Als
Geigerin und Sängerin erlebte die gebürtige Jüdin während der Weimarer Republik
unbeschwerte Jahre. Es gab etliche Auftritte im Rundfunk. Sie spielte mit dem Gedanken an eine
Filmkarriere. Die Nazizeit brachte alles zum Einsturz: Sie floh nach Palästina, die Eltern blieben in
der festen Überzeugung, dass ihnen nichts geschehen würde – ein tragischer Irrtum, denn sie
wurden beide von den Nazis ermordet. Hede fand sich in Palästina nur mühsam zurecht. Vom
Zionismus hielt sie nichts. Bei Kriegsbeginn trat sie in die britische Armee ein und war dort in der
Truppenbetreuung tätig. Nach 1945 lebte sie etliche Jahre in Paris, bevor sie nach Stuttgart
zurückkehrte, wo sie bis zu ihrem Ruhestand als Musiklehrerin in einer Waldorfschule tätig war.
Ihre letzten Jahre verbrachte Hede Münz in Murrhardt, wo sie 2005 verstarb.